Ein wenig Kaninchengschichte 
Im Vergleich zum Wildkaninchen Oryctolagus cuniculus, das ein Gewicht von etwa 1,7-2,5 kg erreichen kann, wiegt das Zwergkaninchen mit seinen 1,25 kg relativ wenig. Ein ausgewachsenes Riesenkaninchen kann sogar bis zu 7 kg auf die Waage bringen. Alle heutigen gezüchteten Rassen haben dennoch die gleichen Vorfahren: das europäische Wildkaninchen.
Vor ca. 3000 Jahren bemerkten Phönizische Seefahrer diese graubraunen Tiere und entdeckten alsbald auch, wie schmackhaft sie sind. Bei den alten Römern wurden sie in ummauerten Gärten gehalten (sogenannte Leporarien). Später, im Mittelalter, haben die Klostermönche während der Fastenzeit ihren Speiseplan mit den Tierchen bereichert, die sie vorher einfach zur fleischlosen Kost erklärt hatten.
Erst als man begann, die Kaninchen in Ställen zu halten, wurden sie zu "echten" Haustieren. Sie wurden gemästet, geschlachtet und das Fell wurde auch verwertet. Als Anfang des 19. Jahrhunderts die Verarbeitung von Hermelinfellen verboten wurde, stieg man ganz auf Kaninchenpelz um. Man fand eine passende Lösung im "Polnischen Kaninchen", welches so klein wie ein Wildkaninchen war, reinweißes Fell und rote Augen hatte (Albino).
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte man den Vererbungsfaktor in Amerika (deshalb auch englisch) dwarf (=Zwerg; Symbol: dw), der für das typische Aussehen der Zwerge verantwortlich ist.
